Arbeitskreis Zahngesundheit Westfalen-Lippe

in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe

Prophylaxeprojekt am Gymnasium an der Morgenröthe

   
Am 9. und 10. Februar 2010 stand für die Kinder der fünften Klassen jeweils eine zweistündige Aktionsstraße zu den Themen „Ernährung und Zahngesundheit“ auf dem Programm. Die beiden Dipl. Oecotrophologinnen des Arbeitskreises Zahngesundheit hatten für die Klassen insgesamt zehn Lernstationen aufgebaut, an denen die Kinder teils selbstständig, teils unter Anleitung sich dem Gebiet der gesunden Ernährung nähern konnten.

 

Eine der angeleiteten Stationen war die Ernährungspyramide in Form eines Wandsystems. Die Ernährungspyramide gilt nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als Basis für eine gesunde Ernährungsweise. Die Ernährungspyramide vermittelt bereits visuell wie die tägliche Ernährung gestaltet werden sollte. Mit Hilfe von vielen Lebensmittelfotokarten und der bildlich großen Ernährungspyramide in Form eines Wandtuches lernten die Kinder durch gezielte Fragen und Aufgaben den Aufbau der Ernährungspyramide und die Einordnung der Lebensmittel in die einzelnen Gruppen kennen. Gleichzeitig erhielten sie Hilfen für die zukünftige Lebensmittelauswahl sowie für die Portionsmengen. Auch an weiteren Stationen spielte die Ernährungspyramide eine wichtige Rolle. So gab es zwei Arbeitsblätter in englischer Sprache. Hier galt es englische Lebensmittelbegriffe zu den entsprechenden Gruppen der Pyramide einzusortieren. Als recht kniffelige Bastelstation erwies sich die Ernährungspyramide in Form eines Sudokus. Bei den Obst-Fragekarten und bei dem Lochkastensystem konnten die Kids ihr Wissen rund um die Gesundheit, Körper und Zähne sowie Lebensmittel selbstständig testen und überprüfen. Ein echtes Aha-Erlebnis hatten die Schülerinnen und Schüler, die mit Hilfe einer Nährwerttabelle den Fettgehalt von zwei verschiedenen Mittagsmahlzeiten ausrechneten und miteinander verglichen. Viele Kids waren entsetzt, dass die Mc Donalds Variante fast viermal so viel Fett beinhaltete wie die Spaghetti Bolognese Mahlzeit. Selbstverständlich gab es auch eine Frühstücksstation. An der Müslistation durfte jeder seine eigenen Haferflocken durch den Getreideflocker pressen und sein Müsli je nach Geschmack mit Rosinen, Nüssen, Sonnenblumenkernen, frischen Obststücken und Milch oder Naturjoghurt zusammenstellen. Eine weitere Station beschäftigte sich mit Getränken. Besonders beeindruckend war dabei der Versuch zur Säurewirkung auf die Zähne. Hierbei wurde in einer Art Zeitraffer auf einem Styroporzahn durch Aceton in Sekunden ein Loch „gebrannt“. Die Kinder der Kleingruppe konnten nun mit Hilfe von Indikatorpapier den Säuregehalt verschiedener Getränke bestimmen und gemeinsam die Wirkung auf die Zähne besprechen. Gleichzeitig erfuhren sie wie wichtig die richtige Wahl des Trinkgefäßes ist. Flaschen mit Sport- und Drehverschluss-Aufsätzen verstärken zusätzlich die negativen Folgen säurehaltiger Getränke auf die Frontzähne. Wenn an einer Station gerade mal kein Arbeitsplatz frei war, bestand für die Kids die Möglichkeit ein wenig in Fachbüchern zu schmökern.

 

Eine ausgewogene und vielseitige Ernährungsweise sowie gezielte Bewegung beugen Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, deren Grundstein oftmals in frühen Kinderjahren gelegt wird, vor. Je früher gesundheitsbewusstes Verhalten eingeübt wird, desto mehr wird dies zur selbstverständlichen Handlung, die ihren festen Platz im Alltag findet. Aufgrund der Struktur des selbstständigen Erarbeitens und Lernens sollen die Kinder sich mit dem Themengebiet eigenständig auseinandersetzen. Unterschiedliche Lernzielmethoden innerhalb des Konzepts wie kognitive Lernziele, affektive-emotionale Lernziele sowie pragmatisch-psychomotorische Fertigkeiten unterstützen die Schülerinnen und Schüler individuell und sollen sie dadurch zu einem aktiveren und gesünderen Lebensstil motovieren. Bei der Bearbeitung der Stationen kann jedes Kind sich die Aufgaben entsprechend seiner Interessen auswählen und die Bearbeitungszeit selbstständig auswählen. Dies sichert eine angstfreie Lernatmosphäre und eine emotionale Sicherheit für die Schülerinnen und Schüler.