Zahnprophylaxe – Was ist das eigentlich genau?

Individual- und Gruppenprophylaxe

Als Zahnprophylaxe werden alle vorbeugenden Maßnahmen bezeichnet, die der Gesunderhaltung der Zähne dienen und damit verhindern, dass Krankheiten an den Zähnen oder am Zahnhalteapparat entstehen. Hierbei helfen allem voran die Vorsorgeuntersuchungen, die der Zahnarzt durchführt, um frühzeitig Erkrankungen im Mund, an den Zähnen oder im Kiefer bzw. auch um Zahnfehlstellungen zu erkennen.

Die Individualprophylaxe findet in der zahnärztlichen Praxis statt. Hier haben Kinder die Möglichkeit ein auf sie individuell zugeschnittenes Zahnputztraining durchzuführen.

Bei der Gruppenprophylaxe handelt es sich um eine wichtige Gemeinschaftsaufgabe der gesetzlichen Krankenkassen, der niedergelassenen Zahnärzte, der Kreise, vertreten durch die Zahnärztlichen Dienste und das Schulamt, gemeinsam agierend im Arbeitskreis Zahngesundheit. Wichtige Daten zur Umsetzung der Gruppenprophylaxe liefern dazu auch die Zahnärztlichen Dienste mit ihren Reihenuntersuchungen in Kitas und Schulen.

Im Rahmen der Gesundheitserziehung wird insbesondere in Kindertagesstätten und Grundschulen das Augenmerk auf die Förderung gesunder Zähne gelegt und zwar durch die Bausteine Zahnpflege, Fluoridierung und zahngesunde Ernährung. Auf diese Weise kann sich bereits von Anfang an ein zahngesundheitsförderndes Verhalten festigen.

Warum ist Zahnprophylaxe bei Kindern so wichtig?

Die Zähne sind ein bedeutender Bestandteil unseres menschlichen Körpers. Wir brauchen unsere Zähne zum Sprechen, zum Essen, sie sind enorm wichtig für die soziale Integration. Kinder, die sichtbar kariöse Zähne haben, werden von anderen Kindern oft ausgegrenzt. Zähne sollten daher gesund bleiben! Es ist entscheidend, dass Kinder schon frühzeitig die richtige Zahnputztechnik erlernen und kontinuierlich einüben. Zähneputzen soll zu etwas Selbstverständlichem werden. Wenn Kinder vermittelt bekommen, dass sie verantwortungsbewusst mit ihrem Körper umgehen müssen, ist ein wichtiger Grundstein gelegt.

Wie unterstützt der Arbeitskreis Zahngesundheit die Zahnprophylaxe in der Kita?

Foto: Arbeitskreis Zahngesundheit

Der Arbeitskreis Zahngesundheit unterstützt die Kindertagesstätten regelmäßig mit Zahnpflegematerialien, d. h. Zahnbürsten, Zahnpasta und Zahnputzbechern. Selbstverständlich gehören eine fachliche Unterstützung sowie praktische Ideen und Hilfen zur Durchführung der täglichen Zahnpflege dazu. Darüber hinaus hält der Arbeitskreis Zahngesundheit verschiedene Angebote für das Kita-Team, die Kita-Kinder und deren Eltern bereit. Die Angebote für Siegen-Wittgenstein und Olpe finden Sie hier https://zahngesundheit-si.de/downloads/.

Was kann die Kita tun?

Foto: Andrey_Kuzmin/shutterstock.com

Kinder können gesundheitsförderndes Verhalten erleben und erlernen, wenn es in der Kindertagesstatte ein mundgesundes Umfeld gibt. Für viele Kinder ist das die einzige Möglichkeit. Unter dem Aspekt der Chancengleichheit ist dieses eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Das bedeutet zum Beispiel in der Einrichtung regelmäßig mit den Kindern die Zähne zu putzen, darauf zu achten, dass das Frühstück abwechslungsreich ist und die Getränke zucker- und säurefrei sind. Diese Anforderungen setzen bereits viele Kitas mit dem Präventionsprogramm Kita mit Biss um.

Mittlerweile bieten die meisten Kitas Getränke, bevorzugt Wasser an. Einige Kitas bereiten sogar ein ausgewogenes und buntes Frühstück für die Kinder zu. Das ist ein Vorteil, da alle Kinder die gleichen Lebensmittel angeboten bekommen. So wird auch sichergestellt, dass jedes Kind die Möglichkeit zum Frühstücken hat. Beim gemeinschaftlichen Essen probieren viele Kinder auch Dinge, die sie zu Hause nicht testen würden.

Wie können Eltern unterstützen?

Bei der Prophylaxe ist es immens wichtig die Eltern mit ins Boot zu holen. Nur wenn das, was in den Einrichtungen und durch den Arbeitskreis Zahngesundheit vermittelt wird, auch im Elternhaus weitergeführt und umgesetzt wird, kann Gesundheitserziehung zielführend sein. Letztendlich sind die Eltern verantwortlich, dass die Zähne ihrer Kinder sauber sind. Dies bedeutet zum einem 1x am Tag die Zähne gründlich nachzuputzen, und das wirklich bis zum 8. Lebensjahr, und zum anderen der regelmäßige Kontrollbesuch beim Zahnarzt.

Kann man sagen, ob sich die Mundgesundheit während der Pandemie verändert hat?

Die Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen – es war in dieser Zeit kaum möglich in Gemeinschaftseinrichtungen die Zähne gemeinsam zu putzen. Richtig und wichtig sind angepasste Hygienekonzepte, fachliche Informationen und den Mut mit den veränderten Bedingungen bei wenig Personal das Thema Zahngesundheit auf unterschiedliche und differenzierte Weise weiterhin im Kita-Alltag präsent zu halten. Leider waren die Zahnärztlichen Dienste der Kreise in die Corona-Nachverfolgung eingebunden, so dass keine Reihenuntersuchungen stattgefunden haben. Wir sind auf einem guten Weg gemeinsam mit den Zahnärztlichen Diensten und den niedergelassenen Zahnärzten sowie deren Prophylaxefachkräfte die Umsetzung der Zahnprophylaxe in Kitas wieder zu intensivieren.

* aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, selbstverständlich beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Geschlechter.

INFOBOX

Zahngesundheit der Kinder – eine gemeinschaftliche Aufgabe

Ein erfolgreicher Grundstein für die Zahngesundheit wird gelegt, wenn Elternhaus, Kindertageseinrichtung, Zahnarztpraxis und Arbeitskreis Zahngesundheit als gemeinsames Netzwerk für gesunde Kinderzähne agieren. Zahngesundheitserziehung in Kitas ist ein erfolgsversprechender Baustein, denn hier findet bereits in jüngsten Jahren Gewohnheitsbildung statt. Was Kinder in diesem Lebensabschnitt lernen und verinnerlichen, behalten sie meist ein Leben lang bei.

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